Google Scholar Labs kann jetzt Deutsch.
KI ist der große Halbwertszeit-Halbierer. Heute geschrieben, ist es morgen schon hinfällig.
Aber das ist nicht schlimm. Zumindest nicht, wenn die Entwicklung in die richtige Richtung geht. Google Scholar Labs ist so ein Fall. Das sah lange so aus, als hätten sie bei Google dem Praktikanten-Team gesagt, es solle mal den Google-Scholar-Korpus nehmen und eine möglichst simple KI-Oberfläche drüberkleistern.
Der Mehrwert war jedenfalls gering, sieht man mal von ein paar Zeilen KI-Zusammenfassung ab, die es zu jedem Artikel gab.
Vom Nichts zu „Quick Read“
Dann – am 25. August – kam „Quick Read“. Endlich konnte man in die Texte reinschauen, d.h. sich von KI durchaus detaillierte Zusammenfassungen geben lassen: Ergebnisse, Methode, Limitationen – war alles dabei. Allerdings nur, wenn der Prompt auf Englisch formuliert wurde. Sonst guckte man in die Röhre, denn bei einem Prompt auf Deutsch tauchte die „Quick Read“-Funktion gar nicht auf. Ich habe darüber hier berichtet.
Jetzt auch auf Deutsch: der „Schnellüberblick“
Aber das stimmt nicht mehr. Denn als ich vorhin zum Spaß einen deutschsprachigen Prompt in Scholar Labs reinhackte, erschien plötzlich rechts das Wort „Schnellüberblick“.
Ich hielt es zunächst für eine Fiktion. Aber es funktioniert! Und zwar regelmäßig. Prompt auf Deutsch eingeben, Schnellüberblick auf Deutsch bekommen!

Und das Schönste: Endlich kann ich mal schöne rote Kringel in eines meiner Bilder malen 😊
PS: Ich habe diesen Beitrag schnell runtergekritzelt. Ich wollte – ich geb's zu – der Erste sein, der die Neuigkeit in die Welt rausposaunt. Oder sagen wir besser: seine eigene kleine Blase mit der luftigen Neuigkeit aufpumpt …
PS die Zweite: Während ich das schreibe, muss ich an einen Satz Thomas Pynchons denken, den er 1984 in seinem Essay „Is It O.K. to Be a Luddite?“ notierte und der lautet: „If our world survives, the next great challenge to watch out for will come -- you heard it here first -- when the curves of research and development in artificial intelligence, molecular biology and robotics all converge.“


