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Wie man mit KI schnell und flexibel passende Visualisierungen für die Lehre erstellt.

17. September 2026 · 432 Wörter · Danny Walther

Zusammen mit der Hochschuldidaktik Sachsen habe ich heute einen Halbtages-Workshop für Lehrende gegeben. Thema: Visualisierungen mit KI für den Einsatz in der Lehre.

Und weil meiner Meinung nach nur das Konkrete wirklich was bringt, hier mal eine Übersicht, was wir praktisch gemacht und welche Tools und Materialien wir dabei eingesetzt haben.

Mindmap zum Workshop „Visualisierung mit KI in der Lehre“, Universität Leipzig, 16.09.2026: Zielgruppe (Dozentinnen und Dozenten sächsischer Hochschulen), Rahmenbedingungen (kostenfrei, keine Vorkenntnisse, Kooperation mit Hochschuldidaktik Sachsen), Ziele und Inhalte.
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Vom Prompt-Generator zu den Visual Codes

Nach einer kurzen Einführung in die Geschichte der Visualisierung und aktueller empirischer Befunde zu den Vorteilen visuell vermittelter Lerninhalte, habe ich einen Prompt-Generator vorgestellt, der anlass- und zielgruppenbezogen den jeweils passenden Visualisierungsstil ermittelt und daraus einen punktgenauen Prompt generiert.

Charles Joseph Minards „Carte figurative“ von 1869 zum Russlandfeldzug Napoleons 1812/13: Ein breites hellbraunes Band zeigt die Stärke der Armee auf dem Hinmarsch von der polnisch-russischen Grenze bis Moskau, ein schwarzes Band den Rückzug; die Breite schrumpft dramatisch. Darunter ein Temperaturdiagramm des Rückzugs.
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Flowchart „Visuelle Inhalte in der Informationsverarbeitung: eine evidenzbasierte Perspektive“ in drei Ebenen. Kognitive Mechanismen: Picture Superiority Effect (Bilder werden oft besser erinnert als Wörter), Dual Coding (Wort und Bild können die Gedächtnisleistung erhöhen), begrenzte Kapazität (Effekte hängen von kognitiver Last ab). Lern- und Verstehenseffekte: Multimedia Learning (Text und Visual verbessern das Verständnis), Strukturabbildung (hilfreich für Prozesse, Relationen, Hierarchien), Designabhängigkeit (gute Visuals senken Cognitive Load). Anwendung und Entscheidung: Risikokommunikation (oft bessere Aufmerksamkeit und Recall), Entscheidungseffekte (abhängig von Format, Kontext, Zielgruppe), keine universelle Überlegenheit (Text versus Visual ist kontextabhängig).
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Weiter ging's dann mit den Visual Codes, die Ronald Worgatsch kürzlich auf LinkedIn vorgestellt hat und mit denen es wunderbar gelang, verschiedene grafische Stile konsistent aufs digitale Papier zu bekommen.

Infografik: Warum Bilder häufig schneller verstanden und besser erinnert werden. Vom visuellen Reiz über Netzhaut, Thalamus und visuellen Kortex zur Bedeutung und zum Gedächtnis, im Vergleich zur Verarbeitung eines Wortes; mit Bildüberlegenheitseffekt und dem Hinweis, dass der Vorteil von Inhalt, Vorwissen und Darstellungsqualität abhängt.
Bild erstellt mit figurelabs.ai

KI-Kompetenz für Lehrende entsteht nicht durch Theorie, sondern durch konkretes Ausprobieren.

Danach haben wir uns mit Mindmaps und Flowcharts beschäftigt und sie in Mermaid-Code umgewandelt, um sie weiter bearbeiten, reproduzieren und teilen zu können. Draw.io half uns dabei. Durch Mermaid-Code lassen sich aber nicht nur Prozesse darstellen, sondern auch Ideen und der Inhalt ganzer Webseiten visuell wiedergeben. Sogar komplette Kapitel aus Studien lassen sich damit grafisch darstellen. Ich habe dafür direkt mit dem Mermaid-Tool gearbeitet und zu Demonstrationszwecken das Methodenkapitel einer Studie visualisiert.

Aber auch Forschungslandkarten und -lücken lassen sich mit Mermaid-Code - in Verbindung mit einem Recherche-Tool wie scienceOS - leicht visualisieren. Auch den Datenanalyse-Agenten von scienceOS haben wir getestet und mit ihm u.a. eine Korrelationsmatrix erstellt.

Besonders schöne Visualisierungen gab es dann mit Flourish, das ich als Plugin bzw. Konnektor in ChatGPT und Claude gezeigt habe. Auf diese Weise wird der in der free-Version noch ausbaufähige KI-Assistent im Flourish-Programm "ignoriert", und mit Hilfe der beiden Allzweck-KIs werden Datensätze kurzerhand in herrliche Charts und Plots überführt.

Überhaupt hat sich gezeigt, wie viele "Spezial-Tools" inzwischen mit ChatGPT und Claude verbunden sind. Erweitert man ihren Einsatz noch mit speziellen Skills, z.B. zur Prüfung und Visualisierung statistischer Daten, lässt sich schon ziemlich viel Wissenschaftlich-Fundiertes und auch Visuell-Schönes aus den Allzweck-KIs rausholen.

Diskussion und Fazit

Die letzte halbe Stunde haben wir dann für Diskussionen genutzt, die sehr anregend waren und mir nochmal gezeigt haben, wie wichtig es ist, den Lehrenden KI konkret und praxisnah zu vermitteln. Das Interesse war jedenfalls groß und die Veranstaltung, so denke ich, sehr gelungen.

Vielen Dank an die Hochschuldidaktik Sachsen und die Teilnehmer, die aus allen Ecken des Freistaates nach Leipzig gekommen waren, um zu lernen, wie die Wissensvermittlung mit KI noch anschaulicher gemacht werden kann. Jederzeit gern wieder!