Blog › Schluss mit dem Chaos: Das heimliche Lieblings-Tool der…

Schluss mit dem Chaos: Das heimliche Lieblings-Tool der Hochschulen hat das Update bekommen, auf das alle gewartet haben.

29. Juli 2026 · 372 Wörter · Danny Walther

Im Leben sind es oft die kleinen Dinge, die große Erleichterung bringen. Oder großes Chaos anrichten. Aber in diesem Falle ist es mit dem Chaos vorbei und die Erleichterung hält Einzug, denn seit Kurzem hat NotebookLM eine Funktion namens "Sammlungen". Damit lassen sich endlich die vielen Notizbücher, die bisher wie irre gewordene Satelliten durch den digitalen Raum kreisten, in Bahnen lenken, d.h. sortieren und gruppieren.

Zugegeben, durch Side-Tools & Add-Ons gab es schon die Möglichkeit, die Notizbücher in Kategorien zu ordnen. Aber das haben nur wenige gemacht. Jetzt wird es leicht und damit populär.

"Sammlungen" verleiht der überladenen, weil ordnertechnisch hierarchiefreien Startseite Struktur, auch wenn die Hierarchie nach wie vor flach bleibt, denn innerhalb einer Sammlung lassen sich nur Notizbücher, aber keine tiefergehenden Unterordner anlegen.

Screenshot der Startseite von Gemini Notebook (vormals NotebookLM) mit dem Reiter „Sammlungen“: Drei Sammlungen namens „Endlich“ (6 Notebooks), „gibt’s“ (3 Notebooks) und „Sammlungen!“ (7 Notebooks), jeweils mit Emoji-Symbol, daneben die Schaltfläche „Sammlung erstellen“.
Zum Vergrößern anklicken.

Eine Sache fehlt aber weiterhin, denn mit einer kompletten Sammlung kann man nach wie vor nicht chatten. Soll heißen: die Notizbücher sind nur strukturell vereint, aber nicht "intellektuell". Die KI greift weiterhin nur auf das jeweils geöffnete Notizbuch zu. Immerhin kann man ein Notizbuch in mehreren Sammlungen speichern und so übergreifend Ordnung schaffen.

Umbenennung zu Gemini Notebook

Ordnung hat Google auch bei sich selbst geschaffen, am 16. Juli Notebook LM in Gemini Notebook umbenannt und es technisch noch enger mit Gemini verknüpft.

Ach ja, lt. Google nutzen aktuell 30 Mio. Menschen und 500.000 Organisationen Notebook. Die Zahlen lassen sich zwar nicht unabhängig prüfen, aber aus einigen (eher randständigen) Studien und meinen Workshop-Erfahrungen an Hochschulen und Bildungseinrichtungen weiß ich, dass neben vielen Schülern und Studenten auch sehr viele Lehrer und Professoren Gemini Notebook nutzen.

Die heimliche Nutzung an Hochschulen

Offiziell ist das weithin verpönt, inoffiziell aber wird so ziemlich alles in Notebook reingekloppt und aus ihm herausgeholt, was geht. Vor allem Lehr- und Lernmaterialien aller Art. Außerdem wird es gern genutzt, um einen Überblick über große Textmengen zu gewinnen, Skripte zusammenzufassen, Zusammenhänge zu erkennen und sie zu visualisieren.

Man mag darüber den Kopf schütteln, von Schatten-KI reden oder laut "Aber der Datenschutz!" rufen. Doch auch bei KI gilt: Der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Und das bleibt er auch.

"Erst kommt das Fressen, dann kommt die Moral", heißt es bei Brecht.

"Erst kommt die Bequemlichkeit, dann kommt die Richtlinie", heißt es heute. Und wenn das verbotene Fressen jetzt auch noch ordentlich serviert wird, schmeckt's gleich doppelt so gut :)

NotebookLM heißt jetzt Gemini Notebook - und kann seine Inhalte endlich in Ordnern organisieren.