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Wissenschaftliche Recherche in der KI-Ära: Über 50 Tools – und trotzdem nutzen alle nur ChatGPT.

20. Februar 2026 · 298 Wörter · Danny Walther

"Welche drei wissenschaftlichen KI-Tools kennen Sie?"

Die Frage stelle ich ganz gern zu Beginn eines Workshops.

Die Antwort ist meist... nun ja... eine neue Frage: "Gilt ChatGPT?"

"Nein", sage ich jedes Mal.

Schweigen im Raum.

Manchmal fragt eine wissenschaftlich gestimmte Seele zaghaft "Perplexity?"

Ich nicke. Zumindest ein bisschen.

"Perplexity ist... nun ja... ein Anfang", erkläre ich.

Und warte, dass noch jemand was sagt. Aber alle schweigen.

Über 50 Tools - aber kaum bekannt

Dabei gibt es über 50 wissenschaftsspezifische KI-Recherchetools. Alle sind besser als ChatGPT. Aber kaum einer kennt sie. Das gleiche gilt für Programme zum Citation-Tracking und KI-Tools, die komplexe Statistiken, Formeln und Abbildungen mit einem Klick zu erklären vermögen.

Die Unkenntnis wäre halb so wild, wenn wenigstens die Grundlagen stimmen würden. Tun sie aber nicht.

"Fachdatenbanken?"

Nie genutzt. Dabei hat die Hochschule für viel Geld Lizenzen gekauft.

"Repositorien?"

Riecht nach Latein. Ist aber moderne Technik.

"Boolesche Operatoren?"

Klingt für viele irgendwie ... gruselig. Dabei helfen die sehr bei der Suche.

"Andere Recherchetechniken?"

Fehlanzeige.

Warum trotzdem alle nur ChatGPT nutzen

Dafür dominiert ChatGPT. Daten zeigen: über 95% der Studierenden nutzen es. Und auch zwei Drittel der Lehrenden. Das sind beeindruckende Zahlen. Nur leider gehen sie in die falsche Richtung.

Denn ChatGPT ist für eine wissenschaftliche Recherche ungefähr so geeignet wie eine Gabel zum Suppe essen. Mit ein bisschen Glück bleibt was hängen. Mehr aber auch nicht.

Deshalb biete ich Recherche-Workshops für Hochschulen an. Ich möchte zeigen, wie Recherche geht. Zumindest gehen könnte. Ich will ein Bewusstsein dafür schaffen, was eine gute wissenschaftliche Recherche ist und was nicht.

Meine Kurse beruhen auf 20 Jahren Erfahrung im Bereich der Daten- und Literaturrecherche, umfangreichen Praxistests sowie der genauen Kenntnis aktueller Forschungen und Best-Practice-Beispielen.

Meine Angebote sind für Lehrende und Studierende gleichermaßen geeignet. Und auch für Bibliothekare und Hochschuldidaktiker ist was dabei. Bei Interesse schreiben Sie mir einfach. Alle Module im Überblick gibt es hier als PDF.

Screenshot der Angebotsseite „KI-Workshops und Webinare für Hochschulen und Forschung“ mit den Schaltflächen „Workshop anfragen“ und „WhatsApp“. Der Text beschreibt den Ansatz (praxisnah, wissenschaftlich fundiert, konkretes Ausprobieren), die Schwerpunkte (Daten- und Literaturrecherche mit KI; wissenschaftliches Schreiben und Visualisierungen mit KI; KI-Grundlagen und KI-Bildung für Hochschulen; Einsatz generativer KI in Studium, Lehre und Forschung) sowie Maßschneiderung und Formate (Impulsvortrag, Webinar, Workshop oder Kurs).
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Die Recherche- und Informationskompetenz an den Hochschulen ist mangelhaft. Das war schon vor ChatGPT so. Mit ChatGPT ist es noch schlimmer geworden. Die Probleme werden mit ChatGPT nicht gelöst, sondern oberflächlich überlagert, während sie darunter weiterwuchern.