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Google hat die Recherche versaut. ChatGPT erledigt den Rest. Es ist Zeit, etwas dagegen zu tun!

2. Februar 2026 · 399 Wörter · Danny Walther

Bevor KI kam, hatten die Hochschulen ein dickes Recherche-Problem. Und das sah so aus:

  • die meisten Studierenden googelten lieber, statt Bibliothekskataloge und Fachdatenbanken zu nutzen
  • Repositorien klangen wie Latein und wurden wie Latein behandelt – mit respektvoller Ignoranz
  • "Phrasensuchen", Trunkierung* und Boolesche Operatoren waren AND/OR egal
  • was nicht auf Deutsch oder Englisch erschienen war, war im Grunde nicht erschienen
  • statt systematischer Recherche dominierte eine "Ich habe was gefunden, das reicht"-Mentalität
  • Forschungsfragen wurden in der Recherche so zielgerichtet eingesetzt wie eine Schrotflinte
  • und ein Blick auf die 2. Seite der Trefferliste war eine Seltenheit

Kurzum: Google hatte alles versaut. Die Suchen waren kurz und beschämend oberflächlich.

Wer nur mit Google und ChatGPT recherchiert, übersieht viele Daten

Infografik „Die „alten“ Probleme der Daten- und Literaturrecherche“: Ein Eimer mit sechs Löchern, aus denen farbige Strahlen laufen. Beschriftet sind: unzureichende Kenntnisse von Datenbanken und DeepWeb (z. B. BASE Search), fehlende Kompetenz bei Fragestellungen, mangelnde erweiterte Suchfähigkeiten (Phrasensuchen, Trunkierungen, Suchtechniken), Suche versaut durch Google-Dominanz (unterkomplexe Recherchen, kaum ein Blick auf Seite 2), fehlende Kompetenz in der Bewertung von Quellen und Daten sowie ignorierte nicht-englische Quellen und deutsch-englische Synonyme.
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Dann kam ChatGPT und machte es schlimmer

Dann kam KI. Das heißt: ChatGPT. Denn was anderes nehmen sie an den Hochschulen fast nicht. Dafür nehmen sie es aber für so ziemlich alles. Auch zur Recherche. "Chatty" wird's schon richten. Das sagen nicht nur die Studis, das denken auch viele Dozenten. (Der Rest schimpft auf KI oder zuckt mit den Schultern. Hilflos. Ahnungslos. Es ist im Grunde egal.)

In Wahrheit macht ChatGPT alles noch schlimmer. Es kaschiert die alten Defizite, indem es neue Probleme obendrauf packt.

Fünf Wege zu zeitgemäßer Recherche

Was also tun?

Anfangen, zeitgemäß zu recherchieren, würde ich sagen. Zum Beispiel so:

  1. Wissenschaftsspezifische Recherche-KI-Tools nutzen: Es gibt über ein Dutzend, und sie sind verdammt gut darin, Studien zu finden und Daten zu erklären.
  2. Fachdatenbanken (wieder) entdecken: Viele haben inzwischen eigene KI-Assistenten. Und im Gegensatz zu ChatGPT können die ihre Quellen auch nicht halluzinieren.
  3. Tief in Repositorien eintauchen: Endlich die Forschungen der eigenen Hochschule nutzen und Wissensschätze aus fernen Ländern heben. Fremdsprachige Texte mit KI übersetzen, Daten extrahieren und alles gekonnt visualisieren.
  4. Citation Tracking & semantische Cluster nutzen: Wer hat wen zitiert? Welche Themen hängen zusammen? KI-generierte Wissensgraphen erzeugen die schönsten Forschungslandkarten.
  5. Alle Teile systematisch verbinden: Literatur, Daten, Quellen – alles miteinander verknüpfen und Workflows bauen, die einen durch Studium und Wissenschaft tragen. Und darüber hinaus.

Genau daran arbeite ich.

Man kann KI in den Suchschlitz kippen und hoffen, dass beim Tippen Kompetenzen entstehen. Oder man beginnt mit echter Recherchekompetenz und integriert KI sinnvoll darin.

Als Rechercheur bin ich natürlich auch immer auf der Suche. In diesem Fall auch nach Aufträgen für neue Recherche-Workshops.

Für die nächsten Monate habe ich noch Kapazitäten. Egal ob für Geistes-, Sozial- oder Naturwissenschaften, ob als Grundlagenschulung oder Vertiefungskurs, online oder vor Ort. Schreiben Sie mir einfach. Gern mache ich Ihnen ein Angebot.

Denn das neue Semester kommt schneller als man denkt. Und dann sitzen wieder alle da mit "Chatty", dem unzuverlässigsten aller Datenorakel.