KI is (s)killing us.
Skills sind aktuell ein Trend in Chatbot-Systemen. Claude hat damit angefangen, ChatGPT ist nachgezogen, dann hat auch Mistral mitgemacht, und jetzt reiht sich auch Gemini ein und hat Skills integriert bzw. wandelt seine Gems in selbige um.
Für alle, die in dem Thema nicht so bewandert sind, d.h. (noch) keine Skills zur Skill-Nutzung ausgebildet haben, sei gesagt: "Skills sind wiederverwendbare Workflows, die angeben, WIE eine Sache zu tun ist." Skills basieren auf strukturierten Textdateien mit festen Anweisungen, die von der KI abgearbeitet werden müssen. Dazu kommen optional Referenzdateien, Vorlagen und Skripte. Das Modell lädt sie nach Bedarf (oft aber auch automatisch), wenn die Beschreibung zur Aufgabe passt.
Externe Datenquellen machen den Unterschied
Wirklich gut wird ein Skill aber erst, wenn er mit externen Datenquellen verbunden ist. Bei ChatGPT heißen sie Plugins und sind – was die Recherche betrifft – durchaus zahlreich. Neben nativen KI-Tools wie Elicit, alphaXiv, Consensus, Scite u.a. sind auch "klassische Datenbanken" wie PubMed angeschlossen (das übrigens seit gestern ein eigenes KI-Feature integriert hat).
Auch Claude lässt sich nicht lumpen und bietet über Konnektoren Zugang zur Außenwelt in Form verschiedener wissenschaftlicher Datenbanken, um seinen Skills Futter zu geben.
Bei Mistral ist das schon schwieriger. Außer PubMed konnte ich nicht viel Brauchbares finden. Und bei Gemini sieht's diesbezüglich ganz düster aus.

Kurzum: dass ein Skill in mehreren Systemen läuft, heißt also nicht, dass er überall dasselbe tut. Ohne Verbindungen zu externen Datenbanken sucht er nur im offenen Netz und muss die Quellen einzeln prüfen. Mit Konnektoren bzw. Plugins zapft er die Datenbanken direkt an.
Die kulturelle Dimension
So viel zur technischen Seite. Mir scheint, die ganze Skill-Angelegenheit hat aber auch eine (unbewusste?) kulturelle Ebene. (Ich bin fast geneigt, von "Tiefenpsychologie" zu sprechen.)
Jedenfalls: Die Arbeitsanweisungen "Skills" zu nennen, scheint mir ziemlich schlau. Ich meine, jetzt, wo alle im Kontext von KI über De-Skilling und No-skilling sprechen, packen sich die KI-Tools dicke Skill-Buttons in die Seitenleisten.
"Mit uns nicht!", könnte das heißen. Skilling the brain statt killing the brain, sozusagen.


