KI-Recherche mit Asta: Literatur finden, Berichte erstellen, Daten analysieren - alles komplett kostenlos.
"There ain’t no such thing as a free lunch" lautet ein Sprichwort, aber bei der Recherche trifft das nur bedingt zu, denn es gibt durchaus freie Tools, auch wenn ich die versteckten Kosten von KI nicht kleinreden will. Aber wie dem auch sei, "Asta" ist jedenfalls frei zugänglich und komplett kostenlos nutzbar. Der Name steht übrigens in diesem Fall nicht für "Allgemeiner Studierendenausschuss", sondern für "Ai2 Scholarly Task Assistant". Die dazugehörige Plattform wird vom Allen Institute for AI entwickelt. Das sind die, die auch Semantic Scholar bauen, auf dem wiederum Asta aufbaut.
Aber zur Sache: Mit Asta kann man drei Dinge machen:
1.) mit Hilfe von KI Literatur suchen
2.) Zusammenfassungen zu einem Thema erstellen und
3.) Daten auswerten.

Wie die Literatursuche bei Asta funktioniert
Für die ersten beiden Funktionen kann man auf 108 Mio. Abstracts und 12 Mio. Volltexte zurückgreifen. Das ist - verglichen mit anderen Tools - zwar eher unterer Durchschnitt, aber dafür bietet Asta qualitativ einiges, denn es nutzt eine mehrstufige Retrieval-Pipeline, die die Suchanfrage in Einzelteile zerlegt, die Relevanz der Treffer gewichtet, Evidenzpassagen aus den Studien extrahiert und anschließend erklärt, wie gut ein gefundenes Paper zur Frage passt (perfectly relevant / relevant / somewhat relevant).
Die entsprechenden Belegstellen aus den Texten werden genannt und die Verarbeitungsschritte der KI dokumentiert, sodass alles überprüfbar ist.
Wer mehr wissen will, kann sich statt Treffer zu einem gewünschten Thema einen Report ausspucken lassen, wobei der Bericht in Kapitel untergliedert und jedes Kapitel mit mind. zwei Quellen versehen wird. Das ist solide, auch wenn Asta - wie allen KI-Tools - die üblichen Bias eingeschrieben sind:
- primär englischsprachige Paper
- meist Studien, kaum Bücher
- wenige "graue Literatur"
Aber in einem guten Recherche-Workflow gibt's genug Anlaufstellen, um diese Lücken zu füllen. Insofern ist das kein wirklicher Mangel, sondern Teil der Geschichte. (Beim free lunch kann man schließlich nicht noch Nachtisch erwarten :))
Auch die Datenanalyse gehört dazu
Wer neben der Recherche noch Daten analysieren will, kann das ebenfalls tun. Einfach Excel- oder andere Datei hochladen, Frage stellen - schon werden die Ergebnisse zusammengefasst und visualisiert. Natürlich gibt es für die Datenanalyse elaboriertere Tools wie julius.ai, aber für den Alltagsgebrauch genügt (mir) Asta durchaus.
Wie Nutzer Asta im Alltag verwenden
Apropos: aktuell wissen wir noch sehr wenig, wie KI-Recherche-Tools im Alltag eingesetzt werden. Bei Asta wurde das in einer Studie anhand von 258.000 Anfragen empirisch erfasst (Link). Dabei zeigt sich, dass die Nutzer zwischen Quellen und Antworten hin und her springen und die KI zunehmend als (agentischen) Forschungsassistenten statt als reine Suchmaschine verwenden.
So, wer jetzt auf den Geschmack (des free lunch) gekommen ist, einfach hier entlang:
Guten AI-ppetit! 😉


